Das UBUNTU-Prinzip

Teamplayer. Kunden- und Unternehmensorientiert. Erfrischend anders. Mit dem gewissen Extra. Diese einleitende Beschreibung trifft auf den Sales Manager Mujaga, ein Kandidat für den BALKAN MINDS BUSINESS AWARD 2022, treffend zu. Als Mensch, als Führungskraft bringt er viel Empathie mit und verliert dabei nicht das Wesentliche aus den Augen. Nach dem sogenannten UBUNTU-Prinzip richtet er seine Lebens- und Arbeitsweise aus. Was das genau ist erklärt er im Interview.

Name: Mujaga Žerić
Beruf: Sales Manager
Herkunft: Bosnien und Herzegowina / Bihać
Lebensmotto: Mach das Beste aus jedem Tag, denn er kommt nicht wieder zurück!
Das motiviert mich: Mein Umfeld – meine Familie!

Erzähle uns deine Migrationsgeschichte!
Mujaga: Vor über 20 Jahren bin ich mit meiner Familie nach Wien gezogen. Winter 1989. Das wunderschöne Reith im Alpbachtal (Bezirk Kufstein) im lebenswerten Bundesland Tirol war bis 2001 mein Lebensmittelpunkt. Groß bin ich geworden, wohl gehütet in einem gutbürgerlichen Umfeld, in einer Gemeinde, die uns sehr unterstützt hat. Von 2001 bis 2005 lebte ich in Wattens, wo ich auf mich allein gestellt war. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, sagte man mir damals. Stimmt. Absolut. 2005, im Frühjahr, entschied ich mich für die Bundeshauptstadt Wien und für die beruflichen Herausforderungen, die auf mich zukamen. Ich nahm alle Hürden auf mich, stellte mich jeder Challenge und entwickelte mich weiter. Vertrauen. Das habe ich in meinem über 20 Jahren Berufsjahren, egal wo ich arbeiten durfte, bekommen. Und ich habe niemanden enttäuscht! Als Mensch, als Mitarbeiter, als Führungskraft mache ich Organisationen und Menschen besser. Und dieses Umfeld macht(e) mich besser.

Wir wissen aus deiner Nominierung für den BALKAN MINDS BUSINESS AWARD, dass du als „ein gutes Beispiel für internationalen Erfolg durch harte Arbeit und Integration“ beschrieben wirst. Welche Kompetenzen unterschreiben deine Persönlichkeit?
Mujaga:

  • Selbstbewusstsein.
  • Selbstreflexion.
  • Zuverlässigkeit.
  • Verantwortungsbewusstsein.
  • Anpassungsfähigkeit.
  • Ständige Lernbereitschaft.
  • Eigenmotivation.
  • Durchsetzungsvermögen.

Was motiviert dich jeden Tag und auf welches Mindset greifst du zurück?
Ich habe im Leben, bei meinen vielen Station, vieles sehen, lernen und verantworten dürfen. Zum Glück war das so und ich hatte diese Möglichkeit im Leben. Somit ist mein Mindset, wie man sich das sicherlich vorstellen kann, sehr breit und tief. Vielfältig.
Meine Motivation dafür, nehme ich mir aus meinem Umfeld, von meiner Familie. Da nehme ich mir meine Energie für den Tag. Für das Alltägliche.

Du arbeitest nach dem Ubuntu-Prinzip. Was ist das genau und kannst du uns hierfür Beispiele nennen?
Was Ubuntu ist – darf jeder für sich selber erkennen. Ich lade jede/n dazu ein. Das Leben wird durch die Sichtweise und die innerliche Einstellung deutlich besser. Lebensqualität und Wohlbefinden. Zufriedenheit.
>> I am because you are <<
Für mich ist es eine Anleitung für das Alltägliche. Für jede Lebens- und Arbeitsweise. Ein Mensch mit Ubuntu, wandelt umsichtig durch die Welt und erkennt den unschätzbaren Wert eines jeden Menschen, der seinen Weg kreuzt. Es ist nicht nur eine Verhaltensweise, sondern tatsächlich eine Seinsweise!

Ein Mensch mit Ubuntu, wandelt umsichtig durch die Welt und erkennt den unschätzbaren Wert eines jeden Menschen, der seinen Weg kreuzt.

Mujaga Žerić


Öffnet eure Augen, euren Geist und euer Herz für eine Seinsweise, die unsere Welt zu einem besseren und liebevolleren Ort machen wird!

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Award: Top 3 stehen fest!

Mit der Initiative „BALKAN MINDS BUSINESS AWARD“ werden Menschen mit Migrationshintergrund geehrt. Insgesamt haben 25 Personen, die einen wertvollen Beitrag für die regionale Wirtschaft leisten, teilgenommen. Die Top 3 Kandidatinnen und Kandidaten sind:

Frauen:
Nataša Neuhold, Krankenhausmanagerin, Lean Healthcare Management-Researcher
Elma Pandžić, Bloggerin/YouTuberin „Hanuma kocht“, Kinderbuchautorin und Gemeinderätin Oberösterreich
Amra Memić, Leiterin der Stadtfiliale Bahnhof der Salzburger Sparkasse

Männer:
Tarik Mete, Geschäftsführer von LernProfi GmbH, Geschäftsführer der EMCO-Privatklinik, Gemeinderat der Stadt Salzburg
Ivan Cindrić, CEO Flocke GmbH
Edin Salihodžić, Gründer, Steuerberater & Managing Partner bei Team23 Steuerberatung GmbH (vormals A-KERN Steuerberatung GmbH)

Die Siegerin und der Sieger werden beim Balkan Minds Business & Networking Event am Sa, 08. Oktober 2022 in Salzburg (Location: Cafè Caprice) bekannt gegeben. Neben der Award Verleihung stehen noch folgende Punkte auf der Event Agenda:

  • Speaker mit Migrationshintergrund on Stage
  • How to start a Podcast Session
  • SEO Website Check
  • Fotosessions
  • After Show Party

Das Event ist für jeden zugänglich. Wir bitten um Voranmeldung unter:
office@balkan-minds.com

Die Flocke Story

Biologische Zutaten, frei von künstlichen Zusatzstoffen und ein Mehrwert für deine Ernährung – das ist die Flocke Erfolgsgeschichte. Ivan ist CEO des ersten Lebensmittelunternehmens für Autoimmun-Patienten:innen und bietet mit seinen Bio-Produkten eine ehrliche Ernährungsalternative. Vor welchen Herausforderungen er vor Markteinführung stand und wie er diese meisterte, erfährst du im Interview!

Name: Ivan Cindrić
Beruf: CEO Flocke
Herkunft: Petrinja, Kroatien
Geboren in: Salzburg

Lebensmotto: Nisam čito, nisam slušo, prošo sam. (Ich hab‘s nicht gelesen, ich hab‘s nicht gehört, ich hab’s erlebt!)
Das finde ich krass: Ich bewundere jeden jungen Menschen, der sich selbstständig macht. Die mentalen Hürden, die man durchmacht, sind sehr krass.
Das motiviert mich: Meine Krankheit ist der entscheidende Faktor und ich möchte mit meiner eigenen Erfahrung anderen helfen, damit umzugehen.

Warum hast du dein Unternehmen gegründet?
Ivan: Ich möchte mit meiner Betroffenenkompetenz anderen Menschen helfen, ihre autoimmunen Erkrankungen in den Griff zu bekommen. In diesem Sinne möchte ich Aufklärungsarbeit leisten, dass Ernährung einen wichtigen Beitrag dazu leistet. Mit dem Motto „Raus aus der Opferrolle“ will ich, dass betroffene Menschen die Initiative ergreifen und die Krankheit in den Griff bekommen.

Die Kombination aus Bewegung, Stressmanagement, Schulmedizin und Ernährung ist für unsere Gesundheit essenziell. Mein Unternehmen Flocke soll als Orientierungshilfe dienen. Damit meine ich, zuhause wird gekocht und für unterwegs gibt es im Lebensmittelhandel die gesunden Alternativen FLOCKE Snack & FLOCKE Tee.

Was ist dein USP und was unterscheidet deine Produkte von anderen Snacks?
Ivan: Ich kenne kein vergleichbares Produkt, das Autoimmun-Patienten:innen anspricht und eine so hohe Qualität der Bio-Zutaten aufweist. Mein Perfektionismus lässt grüßen! Die Zutaten des Tees sowie der Snacks sind klar definiert, clean und nährstoffreich. Frei von chemischen Belastungen und frei von Zusätzen. Eine Kombination aus Superfoods!

Zwei weitere Produkte sind noch in Planung. Die werden aber 2023 vorgestellt, also lasst euch überraschen.

Vor welchen Herausforderungen standest du vor der Markteinführung und wie hast du sie gemeistert?
Ivan: Am Anfang stand ich vor drei großen Herausforderungen:

  1. Team: Die richtigen Personen zu finden, die denselben Drive wie ich haben, war sehr schwer. Dafür kann ich mich aber nun auf 4 Mitarbeiter:innen voll und ganz verlassen und ich bin sehr stolz auf mein derzeitiges Team. Ich möchte hier auch ein fettes DANKESCHÖN meinem Mentor Dušan von Ketofabrik und meiner Partnerin Sofija gegenüber aussprechen, die mich in jeder Situation unterstützten und motivierten weiterzumachen.
  2. Kapital: Anfangs arbeitete ich ganz ohne Kapital, ehrenamtlich sozusagen. Nachdem ich aber bei den Aktionen „Glaubandich“ und „2min 2mio“ mitmachte, wurden Investoren auf mich aufmerksam und so konnte ich Kapital für meine Vision aufbauen. Mit den Programmen von Startup Salzburg konnte ich dann mein Wissen für den Aufbau von Flocke erweitern.
  3. Produktentwicklung: Ich bekam mehrere Eimer an Snack-Bällchen zum Testen. Das war schon sehr cool. Geschmacklich waren die Snacks sehr gut, aber die Herausforderung lag darin, die Nährwerte zu erreichen. Ich wollte eine optimale Balance von Geschmack, Konsistenz und Nährstoffe. Das habe ich erreicht!

Die Produkte „Kräutertee“ und „Snack“ wurden dann Anfang Mai 2022 am Markt eingeführt.

Welche Trends erlebst du derzeit im Ernährungsbereich?
Ivan: In der Ernährung sind meiner Meinung nach Trends sehr gefährlich und meistens ungesund. Derzeit beobachte ich, dass viele Menschen statt nährstoffreichen Mahlzeiten, zu Trinkmahlzeiten greifen. Diese sind oft nur minimal mit Nährstoffen versehen, werden aber im Marketing angepriesen.

Ich folge mit Flocke keinem Trend. Wir konzentrieren uns auf gesunde und natürliche Zutaten.

Auf welches Mindset greifst du zurück?
Ivan: Ich habe die westliche Gründermentalität und die südliche Emotionalität in mir vereint. Außerdem bin ich ehrgeizig und durchsetzungsstark. Das sind Eigenschaften, die du als Gründer auf jeden Fall mitnehmen musst, um alle Hürden zu meistern und nicht aufzugeben.

Welche drei Tipps würdest du neuen Gründern geben?
Ivan: Ich finde es sehr schade, dass man in der Schule nichts vom Unternehmertum erfährt. Ich habe dort eher den Arbeitnehmer-Fokus miterlebt. Auch eine Steuererklärung konnte ich nach der Matura nicht machen und ich habe mir nicht vorstellen können, ein Startup zu führen.

Daher sind Vorbilder in der Wirtschaft sehr wichtig. Ihre Erfolgsgeschichten motivieren neue Gründer:innen. Aus meiner Erfahrung heraus, kann ich folgende drei Tipps geben:

  • Trau‘ dich, deine Idee vorzustellen.
  • Check‘ die Anlaufstellen und Förderungen für Startups.
  • Nimm‘ Unterstützung in Form von Mentoren an.

Als Gründer stehst du fast täglich vor neuen Situationen und Herausforderungen. Du brauchst ein positives Umfeld, das dir den Rücken freihält und gemeinsam mit dir an der Vision arbeitet. Ich bin froh und sehr stolz, dieses Team gefunden zu haben.

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Lean Management

Vom Polytechnikum zur Krankenhausmanagerin und Doktoratsstudium. Als orientierungslose und rebellische Teenagerin, machte Nataša ihren Eltern das Leben nicht so leicht. Wie sie ihren erfolgreichen Weg finden konnte und was Lean Management für sie beruflich sowie privat bedeutet, erzählt sie uns im Interview!

Name: Nataša Neuhold
Beruf: Krankenhausmanagerin, Lean Healthcare Management-Researcher
Herkunft: Bosnien und Herzegowina
Lebensmotto: You can never cross the ocean until you have the courage to lose sight of the shore – Christopher Columbus
Lieblingswitz vom Balkan: So ziemlich alle, die mein Papa immer erzählt.
Das finde ich krass: Die aktuellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen.  

Erzähle uns deine Migrationsstory!
Nataša: Meine Wurzeln beginnen eigentlich klassisch für ein Migrantenkind aus den 80ern. Geboren in Laibach/Slowenien, aufgewachsen bei den Großeltern in Bosnien, während die Eltern in Österreich bessere Lebensbedingungen zu schaffen versuchten. Ich wollte nie weg aus Bosnien, doch der ausgebrochene Krieg lies meinen Eltern und auch mir keine Wahl.

So kam ich mit fünf Jahren in ein fremdes Land, unter fremde Menschen, in einen fremden Kindergarten mit einer fremden Sprache. Rebellisch machte ich meinen Eltern durch meine gesamte Schulzeit das Leben schwer. Volksschule, Hauptschule und dann das Polytechnikum (um die Noten aufzupolieren). Orientierungslos, besuchte ich meinen Eltern zur Liebe die Handelsschule – wo ich auch einmal eine Klasse wiederholte. Ich wusste damals nie so richtig was und wohin ich wollte. Der Beginn meiner beruflichen Tätigkeit im Krankenhaus war dann eine glückliche Fügung, denn da lernte ich dieses System kennen und lieben. Meine hier geborene Motivation führte mich zum Bachelor im Prozessmanagement im Gesundheitswesen und weiters zum Master im Health-, Social- and Publicmanagement. Während dem Studium habe ich meine beiden Kinder bekommen. Danach startete ich als Klinikmanagerin an der Universitätsklinik für Neurochirurgie, wo mich der Wissensdurst und mein Glaube an das, was ich tue, zum Doktorat im Bereich Management und Ökonomie führten, und so forsche ich nun.

Mit welchem Thema beschäftigst du dich zurzeit?
Nataša: Ich arbeite seit mittlerweile 14 Jahren am Kepler Universitätsklinikum und bin derzeit als Qualitätsmanagerin und wissenschaftliche Referentin beschäftig.  

Neben den täglichen Aufgaben im klinischen Qualitätsmanagement, forsche ich im Bereich innovativer Managementansätze im klinischen Betrieb. Aktuell arbeite ich an der ganzheitlichen und nachhaltigen Umsetzung des Toyota Production Systems (auch Lean Management) in komplexen Expertenorganisationen der Gesundheitsbranche. Hierfür versuche ich, die aus Japan stammende, Lean-Philosophie an der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Linz einzuführen und gleichzeitig die Möglichkeiten und Grenzen dieser Ideologie im Kontext einer derart spezialisierten Struktur aufzuzeigen.

An die Sinnhaftigkeit und Chancen dieses Konzeptes glaubend, habe ich vor wenigen Wochen die Quint Consulting GmbH gegründet. Gemeinsam mit meinem achtköpfigen Expertenteam versuchen wir die Struktur-, Prozess- und Ressourcenoptimierung im Sinne der Lean-Philosophie in Organisationen des öffentlichen Bereichs (insbesondere Spitalssektor) nachhaltig zu etablieren. 

Welche Erfolge/Outputs konntest du mit Lean Management erzielen?
Nataša: Die Ergebnisse/Outputs werden erst im Zuge meiner Dissertation und den Publikationen aufbereitet und aufgezeigt.

Die ersten Erfolge spiegeln sich aber jetzt schon in dem angepassten Mindset der Healthprofessionals wider. Das Bewusstsein kontinuierliche Verbesserung, Ressourceneffizienz und der Scharfsinn für die Eliminierung von Verschwendung in den Abläufen haben sich spürbar gesteigert.

Wie können Organisationen im öffentlichen Bereich Lean Management einführen und gibt es Herausforderungen, Chancen, Risiken?
Nataša: Die Umsetzung dieses Konzeptes verbuchte bereits in vielen Kliniken und anderen öffentlichen Einrichtungen weltweit messbare Erfolge, jedoch blieb die Nachhaltigkeit (vor allem im klinischen Betrieb) meist aus. Dies liegt mitunter an der mangelnden ganzheitlichen Betrachtung des Lean Management Ansatzes (Führung, Kultur und Prozesse) und der unterschätzten Bedeutung des hierfür notwendigen kulturellen Mindsets.

Genau da möchte ich ansetzen und realistische Möglichkeiten auch im klinischen Betrieb lukrieren.

Die größte Herausforderung sehe ich auch in eben diesen kulturellen Aspekten. Man darf nicht vergessen, dass diese Philosophie zum Großteil dem japanischen Qualitätsgedanken entspringt. Wer sich jemals mit dieser faszinierenden Kultur beschäftig hat, versteht sofort, worauf ich hinaus möchte. Qualität, Disziplin, und fortlaufende Optimierung mit Bestreben nach Perfektion sind fest verwurzelte Aspekte der japanischen Kultur und ziehen sich durch alle Lebensbereiche. Diese Grundeinstellung bildet auch die Basis des Lean Thinking. Lean Management wird, außerhalb Japans, häufig als ein rein technisches Instrument zur Prozessoptimierung missverstanden.

Lean Management wird, außerhalb Japans, häufig als ein rein technisches Instrument zur Prozessoptimierung missverstanden.

Nataša Neuhold

Betrachtet man das Gesundheitswesen so werden global die knappen finanziellen, personellen und zeitlichen Ressourcen beklagt. Die aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung lässt vermuten, dass sich dieser Zustand nicht so schnell ändern kann und wird. Durch die Optimierung und Durchleuchtung der Prozesse entlang dem Lean Thinking, kann durch die Vermeidung von Verschwendung und Schaffung einer patientInnenzentrierten und qualitätsorientierten Kultur, der Spagat zwischen qualitativ hochwertiger Leistungsversorgung und effizientem Ressourceneinsatz nachhaltig geschaffen werden. Gleichzeitig wird das Spitalspersonal entlastet und die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert.

Welches Mindset hast du und wie äußert sich das in deinem Berufsumfeld?
Nataša: Da muss ich jetzt schmunzeln. Mein Mindset entspricht beinahe haargenau dem oben beschriebenen Lean Prinzip. Selbst wenn ich mit den Kindern unterwegs bin oder Einkäufe erledige, überlege ich mir, wie ich am effizientesten die Wege abgehen und meine Abläufe verschwendungsfrei planen kann. Im Mittelpunkt steht dabei immer meine Familie und deren Bedürfnisse. Ich versuche dieses Bewusstsein auch bei meinen Kindern zu schärfen. Wir überlegen uns z.B. jedes Jahr ein neues Ziel und wie wir uns selbst verbessern und entwickeln wollen – Selbstoptimierung und ständiges Streben nach Verbesserung. Auch mein Mann macht da meistens brav mit.

Die Bedeutung der „kulturellen Unterschiede“ begleiten mich seit meiner frühen Kindheit. Somit unterschätze ich diesen erfolgskritischen Aspekt auch in keinem meiner beruflichen Projekte.

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Mehr als nur ein Ausgleich

Boris ist vierfacher Muay Thai Amateur Champion in Österreich, leidenschaftlicher Sportler und erfolgreicher Projekt-Manager in einem mittelständischen Logistik-Konzern. Sport ist für ihn nicht nur ein Ausgleich. Vielmehr geht es um positive Effekte auf Körper, Geist und das gesamte Umfeld. Studien bestätigen auch, dass die körperliche Bewegung eine positive Auswirkung auf die Entwicklung von Jugendlichen hat. Zum Beispiel in der Persönlichkeitsentwicklung oder im Umgang mit Stress und Ängsten.

Name: Boris Glišić, MBA
Beruf: Projekt Manager
Geboren in: Salzburg, Österreich.
Herkunft: Derventa, Republik Serbien

Lebensmotto: Sky is the limit!
Lieblingswitz vom Balkan: Idu dva ćelava čoveka ulicom I pitaju se ko je ćelaviji. Pa onaj koji ima veću glavu! (Gehen zwei glatzköpfige Männer auf der Straße und fragen sich, wer von ihnen glatzköpfiger ist. Na der, der den größten Kopf hat!)
Das finde ich schräg/lustig/krass: Schräg finde ich Menschen, die sich Sachen am Körper tätowieren, weil es grad im Trend ist.
Lustig finde ich Hunde, wenn diese schnüffeln und dabei kurz anhalten und analysieren, was die da gerade erschnüffelt haben. Dieser Blick ins Leere, den die Hunde dann haben, unbeschreiblich!
Krass finde ich unsere heutige heuchlerische Welt. Viele sollten sich ein Beispiel an Personen nehmen, die z.B. hier bei Balkan Minds vorgestellt werden, straight und successful!
Das motiviert mich: Anders zu sein und besser zu sein als gestern!

Welchen Stellenwert hat Sport für dich und, aus deiner Sicht, für die Gesellschaft?
Boris: Sport steht für mich nahezu ganz oben, neben Familie und Karriere. Das ergänzt mich voll und ganz, und gibt mir so viel mehr als nur Ausgleich. Ich spreche hier für meinen Sport, sprich Kampfsport oder genauer gesagt Muay Thai (Thaiboxen). Um dies zu verstehen, muss man tiefer in diese Thematik blicken. Es ist nicht nur eine Sportart, sondern vielmehr ein Lifestyle. Hier ist völlige Hingabe gefragt. Ich gebe euch ein Beispiel: Du planst von in der Früh weg deinen Tag durch. Das fängt schon bei der Ernährung in der Früh an, taktest dein Ess- und Trinkverhalten, deinen Tages- bzw. Wochenplan und das natürlich auch umgelegt auf deine Trainingszeiten, deinen körperlichen und seelischen Fortschritt dabei, deine sportliche Entwicklung, deine angeeigneten Skills und deine mittelfristigen bzw. langfristigen Ziele, die du damit erreichen möchtest. Als Kampfsportler musst du sehr viel können bzw. in der Lage sein sportlich zu bewältigen. Du musst stark, ausdauernd, reaktionsschnell, agil, wendig, explosiv, dennoch ruhig und gelassen sein. Du musst zuschlagen können aber auch Schläge einstecken können.

All diese Punkte verlangen sehr viel körperliche und seelische Power und Engagement ab – und das für nicht mal einen Hungerlohn! Denn hier geht es nicht ums Geld, da man in diesem Bereich nahezu nichts verdient, zumindest finanziell betrachtet. Natürlich habe ich als 4-facher Staatsmeister einige Sponsoren, die mich supporten wie „die Hanfbrüder“ oder „die Vitamin Lounge“ und mich mit ihren Produkten sowie Services unterstützen! Dafür bin ich ihnen sehr dankbar! Ich meine, man kann davon nicht leben, zumindest nicht in Zentraleuropa.

Es geht genau um die Disziplin, die Struktur, die Hingabe und die Liebe zum Sport und das, was dieser Sport dir schlussendlich zurückgibt!

Dieser Lifestyle verschafft dir einen Plan, eine Übersicht, eine Struktur im Leben und verleiht dir automatisch dieses Mindsetting, dich durchzukämpfen und dranzubleiben!

Boris Glišić, MBA, Projekt Manager und Muay Thai Amateur Champion

Kann Sport zu einer positiven Integration beitragen?
Boris: Absolut, davon bin ich felsenfest überzeugt! Ich kann das natürlich auch bezeugen, da ich diesen Sport nun intensiv mehr als 10 Jahre betreibe und auf der ganzen Welt schon trainiert habe. Von Thailand bis Amerika, sowie in vielen weiteren Städten in Europa habe ich schon trainiert und unzählige Trainingscamps und Gyms aufgesucht. Dadurch habe ich so viele tolle und, das allerwichtigste, gleichgesinnte Menschen getroffen! Da haben sich ganz viele Freundschaften entwickelt, die ich bis heute via Instagram und teilweise noch persönlich pflege! Ich habe Freunde auf der ganzen Welt, die ich nur durch diesen Sport gewonnen habe! Ich bin überall herzlich willkommen und umgekehrt alle Menschen, mit denen ich zusammengewachsen bin, sind bei mir herzlich willkommen! Im Sport gibt es keine Nationen, Religionen und sonstige Unterscheidungen. Mensch ist Mensch und nur das zählt!

Was motiviert dich jeden Tag und auf welches Mindset greifst du zurück?Boris: Meine Geschichte, mein Werdegang, meine persönliche und positive Veränderung, meine Erfolge und der damit verbundene Lifestyle, der mich auf dieses Niveau gehoben hat, motivieren mich tagtäglich stark zu bleiben. Das macht mich glücklich und zufrieden, und nur um das geht’s! Abends, wenn ich nach Hause kommen, lasse ich den Tag kurz Revue passieren. Wenn ich diesen Tag und alle weiteren so lebe, wie ich es beschrieben habe, weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe. So werde ich jeden Tag um 1% stärker!

Welche Kompetenzen nimmst du vom Sport ins Business mit?
Boris: Struktur, Disziplin und Ehrgeiz!

Kann Sport eine Art Struktur in unser Leben bringen?
Boris: Ja! Jeder, der es im Leben irgendwie schwer hat, sollte versuchen sich aufzurappeln und durch Sport eine Struktur im Leben finden. Die Eigenschaften, die eine Sportart abverlangt, um diese leben und praktizieren zu können, verlangt das eigentliche Leben im Grunde genauso ab. Jedoch macht ein jeweiliger Sport einfach etwas mehr Spaß und so könnte jeder Mensch spielerisch sich diese Struktur aneignen. Ziel ist es, das 1:1 ins private und sogar ins berufliche Leben zu übertragen! Das fängt schon in der Kindheit an! Ich habe hierzu schon viele Seminare besucht, aber auch geführt, wie z.b. ein Anti-Mobbing Programm bei Volksschulkindern, Self Defense- Seminare für Frauen, usw. Das alles ist durch Sport und dem damit verbundenen Mindsetting möglich!

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Einfach machen!

Aufgewachsen in Bihać, weiter entwickelt in Graz! Adnan ist Controller im Datenanalyse Team des Universitätsklinikums Graz. Die erste Herausforderung auf seinem Weg dorthin war: Deutsch. Seine Migrationsbiografie, den Karriereweg und wie er die Klinik in Graz im Pandemiemanagement unterstützt, erzählt er uns im Interview!

Name: Adnan Čivgin
Beruf: Controller
Herkunft: Bihać, Bosnien und Herzegowina

Lebensmotto: „Simplicity is the ultimate sophistication” (Leonardo da Vinci)
Lieblingswitz vom Balkan: Herr Ober, bringen Sie mir das Beschwerdebuch! Der Kellner bringt das Buch, und der Gast fragt ihn: „Sagen Sie mal, liest eigentlich jemand diese Beschwerden?“ „Ja, natürlich. Manchmal lachen wir eine halbe Stunde lang darüber“
Das finde ich schräg/lustig/krass: Es leben mehr Bakterien in deinem Körper (ca. 39 Billionen) als Menschen auf der Erde (ca. 7,6, Milliarden). Unsere Ohren und Nasen hören nie auf zu wachsen. Jeder Mensch verliert täglich bis zu 200 Haare.
Das motiviert mich: Hilfe zur Selbsthilfe, vor allem, wenn ich sie leisten kann. Ich habe aber auch nichts dagegen, Hilfe anzunehmen. Hilfe mit guten Absichten ist eine der Lernquellen, die das Leben uns bietet. Meine Kinder motivieren mich, mein Verhalten zu reflektieren und immer besser zu werden.

Erzähle uns deine „Migrationsgeschichte“ – wie bist du nach Österreich gekommen?
Adnan: Geboren und aufgewachsen bin ich im nordwestlichen Teil Bosniens, genauer gesagt in der Stadt Bihac. Dort habe ich meine Schulausbildung gemacht und zu studieren begonnen. Nachdem ich das erste Jahr meines Studiums erfolgreich abgeschlossen hatte, beschloss ich, mein Studium in Graz fortzusetzen. Am Anfang musste ich die deutsche Sprache lernen, so gut, dass ich zum Studieren bereit bin. Ja, jeder Anfang ist schwer, aber auch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. In Österreich konnte ich eine sehr gute Ausbildung genießen, hatte Zugang zu den neuesten Erkenntnissen in meinem Studienfach und konnte mich persönlich weiterentwickeln.

Welche Ausbildung hast du gemacht?
Adnan: Ich habe sowohl einen Bachelor- als auch einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften gemacht. Danach habe ich Politikwissenschaft studiert, weil ich der Meinung war (und immer noch bin), dass ein angehender Betriebswirt mit politischen Institutionen, Ideen und Prozessen vertraut sein muss, da beide Bereiche ineinandergreifen und sich gegenseitig beeinflussen.

Wie bist du zu deinem ersten Job gekommen und welcher war es?
Adnan: Neben diversen Studentenjobs (mit denen ich mein Studium finanzierte), war mein erster richtiger Job nach dem Studium bei einem Fleischproduzenten und Großhändler in Graz. Hier hatte ich anfangs ein breiteres Aufgabenspektrum. Dazu gehörten die monatliche Buchhaltung, Marketingaktivitäten, Personaladministration und die Optimierung von Arbeitsabläufen. Das Unternehmen wuchs damals rasant und das Personal musste erst einmal aufgestockt werden. Mit der Zeit konnte ich meine Aufgaben delegieren und nach 5 Jahren konnte ich sagen, dass ich meine Mission in diesem Unternehmen erfüllt hatte. Denn zu Beginn erhielt ich von der Geschäftsleitung inoffiziell den Auftrag, mehr Ordnung in das System hineinzubringen.

Wie verlief danach deine Karriere?
Adnan: Im Laufe meiner Tätigkeit beim Fleischproduzenten habe ich mich unter anderem auch mit Agilität in der Arbeitswelt beschäftigt. Das trieb mich an, mir neues Wissen anzueignen und so erhielt ich Zertifikate als Scrum Master, Projektmanager und später auch als Business Data Scientist und Business Data Manager. Mit diesen Zertifizierungen ergaben sich für mich auch neue berufliche Möglichkeiten.

Was machst du zurzeit beruflich?
Adnan: Derzeit arbeite ich als Controller, im Team Datenanalyse am Universitätsklinikum Graz. Zu meinen wichtigsten Aufgaben gehören hierbei die Zurverfügungstellung wesentlicher Informationen über das medizinische Leistungsgeschehen als Entscheidungsgrundlage für die Anstaltsleitung und Klinikleiter, Umsetzung von abteilungsinternen Change-Projekten sowie Entwicklung von tagesaktuellen Kennzahlen zur Verbesserung von Arbeitsprozessen auf Kliniken.

In einer chaotischen Situation lautet die Maxime, einfach loslegen und die ersten Aufgaben erledigen.

Adnan Čivgin, Controller, Universitätsklinikum Graz

Wie hast du die Klinik im Pandemiemanagement unterstützt?
Adnan: Vor allem während der Corona-Krise haben wir schnell reagiert und mehrere tagesaktuelle grafische Berichte über das Geschehen bezüglich der Covid-Patienten erstellt. Hier war es sehr wichtig, schnell korrekte Informationen zu liefern, denn die Ausbreitung des Virus wartet nicht darauf, ob wir Daten aufbereiten können oder nicht. In einer chaotischen Situation lautet die Maxime also, einfach loszulegen und die ersten Aufgaben zu erledigen. Nach und nach sind wir besser geworden, die Datenlandschaft ist übersichtlicher und unsere Berichte ansprechender geworden. Also war das eine iterative und inkrementelle Entwicklungsarbeit.

Dachtest du, dass du jemals diesen Karriereweg gehen würdest?
Adnan: Naja, als Teenager habe ich leidenschaftlich gerne geschauspielert und wollte sogar Regie studieren. Aber mir fehlte der Mut, diesen Weg zu gehen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich meinen Traum damals aufgegeben habe, und alles, was danach kam, versuche ich durch kreatives Handeln zu kompensieren.

Ist mit „kreativen Handeln“ auch Weiterbildung gemeint?
Adnan: Ja! Neues Wissen eröffnet neue Möglichkeiten, zeigt neue Perspektiven auf und vertieft das Verständnis für das unmittelbare Umfeld. Sowohl in meinem Privat- als auch in meinem Berufsleben lege ich großen Wert auf Weiterbildung. Das hilft mir, mit den Herausforderungen des Arbeitsalltags leichter umzugehen, und macht mich zu einem qualifizierteren und selbstbewussteren Mitarbeiter und zu einem besseren Arbeitskollegen. Die Tatsache, dass ich mich ständig weiterentwickle und danach strebe, immer mehr zu wissen, gibt meinem Chef das Gefühl, dass er mir vertrauen kann, die notwendigen Veränderungen in unserem Team vorzunehmen. Hier darf ich experimentieren, Dinge ausprobieren, aus Fehlern lernen und die bestmögliche Lösung für unsere Abteilung erarbeiten.

Was würdest du Jobeinsteigern empfehlen?
Adnan: Sei intellektuell bescheiden, höre gut zu, scheue dich nicht, Fragen zu stellen, wenn du die Aufgabe nicht verstehst, zeige Bereitschaft und Fleiß, zeige Verbesserungspotenzial, kommuniziere deine Gedanken und Ideen klar und verständlich (nach dem sogenannten Pyramidenprinzip), habe Spaß und strebe danach, exzellent und professionell zu sein. Ja, das kann man auch mit einem Hoodie sein J. „Denn das Lernen kann (deinen) Geist nicht erschöpfen.“

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Mein Praktikum

Saška Gavrilović ist Praktikantin im Content Management bei BALKAN MINDS. Wir freuen uns sehr, sie im Team zu begrüßen!

Name: Saška Gavrilović
Studium: Kommunikationswissenschaft 
Herkunft: Serbien

Lebensmotto: Man kann alles schaffen, wenn man nur will.
Lieblingswitz vom Balkan: Kako se zove Russ koji puši 3 cigare? Dimitri 
Das finde ich schräg/lustig/krass: Dass sich Menschen immer noch über meine Deutschkenntnisse wundern.  
Das motiviert mich: Mein soziales und familiäres Umfeld.

Warum hast du dich für das Praktikum beworben?  
Saška: Ich habe für mein Studium ein Pflichtpraktikum gesucht und so bin ich auf die Stellenanzeige von BALKAN MINDS aufmerksam geworden. Beworben habe ich mich, da die Stelle eine gewisse Verknüpfung mit meinen Wurzeln hat. Geboren und aufgewachsen bin ich in Salzburg/Hallein, genauso wie meine Schwester und mein Bruder, aber meine Eltern sind aus Serbien. Zwei verschiedene Teile Serbiens.

Zudem wollte ich neue Erfahrungen im Sinne des Content Managements sammeln. Was mir besonders gut gefällt ist, dass ich mich mit der Idee von BALKAN MINDS identifizieren und meine Perspektive einbringen kann.

Auf was freust du dich am meisten im Praktikum? 
Saška: Ich freue mich neue Erfahrungen zu sammeln und mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich möchte viel lernen und das natürlich für meine weitere Karriere mitnehmen. Am meisten aber freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team von BALKAN MINDS.  

Welches Mindset hast du und warum bzw wie hast du dieses Mindset entwickelt?  
Saška: Mein Mindset habe ich über die Jahre hinweg entwickelt. Da ich ursprünglich vom Balkan bin, nehme ich auch Einstellungen dieser Kultur mit, wie zum Beispiel die direkte Kommunikation. Andererseits weiß ich auch wann ich was und in welchem Kontext einbringen soll. Das sind meiner Meinung nach Aspekte, die ich erst durch das Aufwachsen in Österreich für mich mitgenommen habe.  

Welche Kompetenzen nimmst du für das Praktikum mit? 
Saška: Durch mein Studium in Kommunikationswissenschaft, konnte ich mir schon einiges theoretisches Wissen im Content Management aneignen. Dieses Wissen möchte ich nun in die Praxis umsetzen, Neues lernen und mich weiterbilden. Für das Praktikum nehme ich meine Kommunikationsfähigkeit, Kreativität, die Leidenschaft für das Texten und mein Gespür für Social Media mit.

Was ist dir bei BALKAN MINDS besonders wichtig?
Saška: Ich bin der Meinung, dass wir den Blick für unsere Wurzeln nicht verlieren dürfen. Denn nur so können wir die Perspektiven beider Kulturen einnehmen. Das bedeutet auch, dass wir uns einer Entfremdung bewusster werden, aber auch den Weitblick durch ein internationales oder multikulti Umfeld fördern können. Für mich bietet BALKAN MINDS eine sehr gute Möglichkeit mich mit diesen Aspekten zu beschäftigen.

Mut machen, Halt geben!

Ljubica Župarić weiß, dass viele Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund Situationen erleben, die das Leben nicht leicht machen. Es erfordert viel Mut, sich dann diesen Lebensherausforderungen zu stellen und nach Hilfe zu suchen. Mit dem Projekt MutMachen unterstützt sie junge Menschen, die Begleitung, Halt und Orientierung suchen. Wir wollten mehr von Ljubica wissen!

Name: Ljubica Župarić
Beruf: Lebens- und Sozialberaterin
Herkunft: Kroatin aus Bosnien

Lebensmotto: Leben ist das, was du daraus machst.
Lieblingswitz vom Balkan: Was steht in Bosnien unter dem Straßenschild für Kreisverkehr? „Maximal 10 Minuten!“
Das finde ich schräg/lustig/krass: Dass Menschen, nachdem sie meinen Namen gelesen haben und mich sprechen hören, sagen: „Aber du kannst ja richtig gut Deutsch.“
Das motiviert mich: Menschen zu helfen, Biographien zu verändern.

Erzähle uns bitte mehr von dem Projekt MutMachen und von deiner Tätigkeit als Lebens- und Sozialberaterin!
Ljubica: Das Projekt MutMachen ist ein vom Land Salzburg gefördertes Mentoringprojekt, das Kinder und Jugendliche bis zum 21. Lebensjahr unterstützt, indem es ihnen eine*n MutMacher*in zur Seite stellt, der/die sie ein Stück weit in ihrem Leben unterstützt und begleitet. Als Projektkoordinatorin dieser Initiative lerne ich Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten kennen und liebe es, die Biographien der MutMacher*innen bzw. der Kinder und Jugendlichen und ihre dahinterliegende Motivation für eine Zusammenarbeit im Projekt MutMachen zu erfahren.

Menschen Mut zu machen, sie zu unterstützen und zu begleiten, empfinde ich als enorm wichtig. Vor allem Menschen mit Migrationshintergrund haben oft, aufgrund ihrer Biographie, Unsicherheiten und Zweifel entwickelt. In meiner Tätigkeit als Lebens- und Sozialberaterin coache und berate ich sie beim Verwirklichen ihrer Ziele, suche gemeinsam mit ihnen nach passenden Lösungswegen und wende u.a. die Biographiearbeit hierfür an.

Wenn du dein Leben in einem Buch niederschreiben würdest, welchen Titel hätte dieses Buch?
Ljubica: Die Macht der Resilienz

Warum genau dieser Titel?
Ljubica: In meinem Leben gab es viele herausfordernde Situationen, wie z.B. das Heranwachsen mit einem Elternteil, starke psychische Erkrankungen in der Familie, Ausgrenzung in der Schule. Was mich bei all den Phasen unterstützt hat, ist meine Resilienz (=innere Widerstandsfähigkeit). Die Resilienz ist eine Art Werkzeugkoffer für mich, den ich durch meine Erziehung mit ins Leben bekommen habe und den ich all den Menschen da draußen weitergeben möchte.

Insbesondere der jüngeren Generation würde ich diesen Werkzeugkoffer ans Herz legen, die immer mehr zu Drogen und Alkohol als Bewältigungsstrategie für Probleme und Schicksalsschläge im Leben greift, anstatt diese an der Wurzel zu packen.

Dies hat mich auch dazu bewegt, vor zwei Jahren ein Doktoratsstudium an der Uni Salzburg zu beginnen. In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit den Bewältigungsstrategien in der Lebensbiographie von jungen Erwachsenen, insbesondere welche Macht Suchtmitteln hierbei haben.

Welches Mindset hast du und warum bzw. wie hast du dieses Mindset entwickelt?
Ljubica: Verfolge deine Ziele, glaube an dich, man darf um Hilfe bitten und das Leben ist zu kurz für „irgendwann“.

Das Leben hat mich gelehrt, dass man alles erreichen kann, was man sich vornimmt. Wichtig ist, dass man sich Ziele setzt und dann auch dran bleibt sie zu erreichen. Man muss nicht alleine den Weg gehen, man darf sich Unterstützung holen. Als Ehefrau und Mutter zweier wundervoller Kinder ist der Alltag, gekoppelt mit all den beruflichen und privaten Aufgaben, manchmal anstrengend, trotzdem wollte ich nicht warten bis die Kinder „groß“ sind. Vor allem Frauen mit Migrationshintergrund haben oft das Denken, dass sie nun vollkommen in der Mutterrolle sein müssen und sich nicht mehr verwirklichen können. Oft wird Frauen im Coaching dann klar, wie viel Potential sie haben und welche Möglichkeiten es gibt, Familie mit Beruf zu verbinden.

Würdest du sagen, dass du aufgrund deines Migrationshintergrundes Skills entwickeln konntest, die andere nicht haben oder erst später gelernt haben? Wenn ja, welche Skills sind das?
Ljubica: Ja einige, da meine Mutter alleinerziehend war, musste ich früh lernen, selbstständig zu sein. Das ist eine Eigenschaft, die mir im Leben sehr geholfen hat. Außerdem habe ich gelernt, nicht sofort aufzugeben, wenn etwas beim ersten Mal nicht klappt.

Ich habe meinen Migrationshintergrund in der Schulzeit als Nachteil gesehen. Nun sehe ich ihn definitiv als Vorteil. Davon abgesehen, dass ich mehr Sprachen spreche, habe ich einen anderen Zugang zu Menschen, die auch einen Migrationshintergrund haben oder Schicksalsschläge erlebten.

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Über Motivation und Performance

Slaviša Tomić ist CEO von ST-Performance, ein KFZ-Meisterbetrieb. Er geht konsequent seinen Weg und das mit Erfolg! Vor 15 Jahren kam er von Bosnien nach Österreich. Durch seinen Vater, der auch KFZ-Techniker ist, konnte er schon als Kind an Fahrzeugen basteln. Im Interview erzählt er uns mehr über seine Selbstständigkeit und die Kompetenzen, die man dafür braucht.

Was hat dich zur Selbstständigkeit motiviert?
Slaviša: In der 3. Klasse Hauptschule, also kurz nachdem ich in Österreich angekommen bin, fragte mich die Professorin, was ich mal werden möchte. Nachdem ich von meiner eigenen Werkstatt erzählte, meinte sie „schau zuerst, dass du Deutsch lernst“. Damals hat mich diese Diskriminierung motiviert, meinen Weg in Richtung Selbstständigkeit zu gehen.

Als ich dann meine Werkstatt in Wals bei Salzburg eröffnete, musste ich mir erst einmal ein Image aufbauen, um im Ort anerkannt zu werden. Ich hatte das Gefühlt, dass ich als Person mit Migrationshintergrund, egal ob integriert oder nicht, härter arbeiten muss, um erfolgreich zu sein. Nun bin ich die erste Anlaufstelle für alle Bewohner/innen in diesem Ort. Das ist für mich eine großartige Wertschätzung meiner Leistung.

Welche Kompetenzen sind ausschlaggebend, um diesen Weg konsequent zu gehen?
Slaviša: Die Leidenschaft für Autos, meine Zielstrebigkeit und ein enormer Lernwille! Neben meiner Ausbildung sammelte ich sehr viele Berufserfahrungen bei BMW Mini, Papas, Porsche und bei TESLA, wo ich als Geschäftsführer eines Standortes in Salzburg tätig war. Dort werden die von mir gesetzten Standards weiterhin erfolgreich angewendet, darauf bin ich sehr stolz.

Wie unterscheidet sich ST-Performance von anderen Werkstätten?
Slaviša: Menschlichkeit, Erfahrung und Perfektionismus! Mein USP ist, dass ich den Menschen zuhöre. Das spüren meine Kunden auch. Jede und jeder bekommt den gleichen perfekten Service. Bei uns gibt es die sogenannte 3K Regel, die besagt, jedes Auto muss drei Mal kontrolliert werden, bevor es übergeben wird. Somit erreiche ich eine Reklamationsrate von fast 0! Hinzu kommt noch meine Erfahrung an unterschiedlichen Automarken zu arbeiten, eine saubere Werkstatt, ein modernes Büro, Ersatzfahrzeuge und Gastfreundlichkeit. Mir ist es sehr wichtig, dass sich meine Kundinnen und Kunden wohl fühlen. Im Balkan Kulturkreis wird dem Gast zum Beispiel immer ein Kaffee oder etwas zum Trinken angeboten, das pflege ich auch in meinem Business.

Menschlichkeit, Erfahrung und Perfektionismus! Mein USP ist, dass ich den Menschen zuhöre. Das spüren meine Kunden auch. Jede und jeder bekommt den gleichen perfekten Service.

Slaviša Tomić, CEO von ST-Performance

Was sind deine drei Success Stories – beruflich sowie persönlich?
Slaviša: Zu mir kommen Personen aus ganz Österreich und Bayern, weil mir der Ruf vorauseilt: „Wenn jemand den Fehler findet, dann der Slavi!“ Die erste Erfolgsgeschichte ist, dass ein Kunde extra aus Wien angereist ist, weil alle Werkstätten dort das Problem nicht beheben konnten. Wir schafften es!

Der Lernwille spielt hier eine große Rolle. Meine Mitarbeiter und ich halten uns mit Kursen und Schulungen auf dem neuesten Stand. Mit meiner Tesla Senior Technician Zertifizierung bin ich auch Werkstattpartner für die Tesla Modelle. Außerdem hatten wir einige Oldtimer, von Porsche und MG, bei uns in der Werkstatt. Pure Nostalgie war ein Golf 1er Cabrio, der Kindheitserinnerungen hervorrief. Der Golf ist ein sehr beliebtes Auto am Balkan.

Ein weiterer Erfolg ist die Auszeichnung „Top Unternehmen“ von Firmen ABC. Hier werden Testfahrzeuge an Werkstätten geschickt, um zu überprüfen, ob die Fehler behoben werden können oder ob unnötige Leistungen verrechnet werden.

Die dritte Story ist mein rosa Moped. Meine Eltern konnten sich kein Moped für mich leisten. Ich wollte aber unbedingt eines haben, daher kaufte mein Vater ein kaputtes, rosa Moped um wenig Geld. Ich lernte schnell, wie man es reparieren und umlackieren kann. Das war mein persönliches Erfolgsprojekt.


Unternehmensinfos:
ST-Performance ist ein KFZ-Meisterbetrieb und besteht aus 2 KFZ-Mechanikern, einem Lehrling, eine Teilzeit-Büromitarbeiterin und Slaviša Tomić als CEO. Die Leistungen umfassen u. a. :

  • Wartung & Instandhaltung aller KFZ-Marken (bis 3,5 t)
  • Kundenberatung
  • §57a Pickerl Prüfstelle
  • Elektro-und Hybridfahrzeuge
  • Softwareoptimierungen-Chiptuning
  • Automatikgetriebespülung
  • Reifenservice & Einlagerung
  • Fehlerspeicher Diagnosen

Öffnungszeiten:
MO – FR 08:00 – 12:00 Uhr, 13:00 – 17:00 Uhr
SA & SO geschlossen

Kontakt:
ST-Performance e.U.
Slaviša Tomić
Villagasse 2
5071 Wals-Siezenheim
info@st-performance.at

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Offline und Online Neid

Neid ist menschlich und evolutionär bedingt. Laut Definition ist es ein Vergleich mit anderen Personen und Feststellung, dass diese etwas haben, was wir auch gerne hätten. In der Geschichte kommt Neid oft im Zusammenhang mit Ressourcenknappheit vor. Psychologen und Psychiater stellten in Studien fest, dass Neid wichtig für das Zusammenleben in Gruppen sei. So wird das Gerechtigkeitsgefühl angeregt und Werte und Normen finden ihren Zugang.

Sind wir am Balkan „mehr neidisch“? Obwohl mich einige Themenvorschläge dazu erreicht haben, kann es so durch viele Studien nicht bestätigt werden. Neid findet man über alle Länder und Kulturen hinweg gleichermaßen.

Damals ging es noch tatsächlich ums Überleben. Aber um was geht es heute? Ansehen, Wertschätzung, Respekt? Social Media lässt grüßen! Like-Neid ist eine besondere Form von Neid, der auf der gesamten Social Media Initiative beruht. Laut Kaspersky Lab führt der ganze „Gefällt mir“-Wahn zu schlechten Stimmungen und Like-Neid, wenn die anderen ein aufregendes Leben zeigen und meine geposteten Inhalte bei der Community keinen Anklang finden. Die Folgen:

  1. Phishing! Menschen werden leichtsinniger mit ihren Daten und Aktionen, posten immer mehr und wollen Interaktion mit ihren vermeintlichen Freunden oder Followern.
  2. Cyber-Depression! Das Selbstwertgefühl sinkt, schlechte Stimmung und Niedergeschlagenheit.

Ist Neid nun gut oder schlecht? Es liegt in der Natur des Menschen neidisch zu sein, daher können wir das Gefühl nicht komplett „ausschalten“. Aber wir können die Perspektive ändern und es uns ins Bewusstsein rufen. Schaffen wir es, den Neid in Bewunderung umzumünzen, können wir so unsere Motivation fördern, das Gefühl positiv lenken und den Fokus auf unsere eigenen Ziele setzen.

Die Bewunderung von Role Models, kurz gesagt, erfolgreichen Personen, die inspirieren, ist der erste Schritt in Richtung Empowerment! Hier geht’s zum Interview ‚Die Macht von Vorbildern!‘

Literatur: Schoeck, H.: Der Neid. Die Urgeschichte des Bösen und IT-Rebellen